Unterstützung bei Unimog Projekt benötigt: Wassertank, Löschpumpe, Nebenantrieb ausbauen

  • Hallo liebe Mog-and-friends Gemeinde,

    mein Name ist Gerd, 47 Jahre, Nordlicht und Wahlhesse.

    Nach langer Zeit habe ich entschieden nun (m) einen Traum anzugehen: stolzer Besitzer eines Unmogs werden und diesen zum Weltreisemobil umzubauen. Parallel sollen meine Erfahrungen und relevante Informationen in meinem Blog zum Nutzen aller einfließen. Ich bin sicher, daß auch Andere so etwas vorhaben und solch einen Blog nutzen würden.


    ... eigentlich sollte es ein BW U1300 L schnelle Achse mit Kabine werden, aber hier traute ich mir mangels Fachkenntnisse keinen Kauf zu bzw. lagen die entsprechende Preise über meinem Budget (tats. Zustand immer noch unsicher)...

    Dank Alex und Peter habe ich dann Anfang März bei der Vebeg erfolgreich geboten und einen U1300 L/37 in wirklich tollem Zustand erstanden. Extra lang für eine größere Kanine! Nun tun sich Fragen über Fragen auf!

    Tja, der Teufel ist manchmal ein Eichhörnchen und es muss viel beachtet werden. Sonst rächt sich jede Unachtsamkeit später doppelt!

    Meine erste Unachtsamkeit ist, daß mein Mog ein TLF ist und lt. Aussage meiner Zulassungsstelle gar nicht umgebaut werden darf, wenn es das H-Kennzeichen bekommen soll.


    :!::!::!:Daher auch meine wichtigste Frage:


    kann ich den Aufbau entfernen um eine GfK Wohnkabine auf das Fahrgestell zu montieren und bekomme dennoch das "H" im Kennzeichen? Was muss ich beachten und wie muss ich vorgehen 🤔:?:


    :thumbup:Ich bin für jede Unterstützung dankbar...


    Also, bis bald und beste Grüße

    Gerd

  • Hallo Gerd,


    wie erwartet, kennt ZAGRO das Fahrzeug sehr gut und weiss genau, was an dem Fahrzeug gemacht wurde. Für Rückfragen kann man sich gern an Herrn Bucher wenden.


    Zum H-Kennzeichen: Allererster Rat: Veränderungen mit dem TÜV-Prüfer des Vertrauens abstimmen! Um einen zu finden, hast Du ja etwas Zeit, denn ein H-Kennzeichen ist ja frühestens in knapp 2 Jahren möglich. Entscheidend ist da das Datum der Erstzulassung! Ansonsten: Um es vorsichtig auszudrücken, sollte man die Auskünfte von Zulassungsämtern gegenprüfen! Die haben nämlich wenig Interesse an Nicht-Standard-Fahrzeugen, weil die arbeit machen und weniger Kfz-Steuer bringen. Umgekehrt ist der TÜV grundsätzlich an Einnahmen aus H-Gutachten interessiert.


    Da Dein Fahrzeug sicher in Zukunft nicht mehr als Löschfahrzeug betrieben werden soll, könnte man es ja angesichts der kurzfristig anstehenden Ablastung auf 7,49 t zunächst einmal zum "LKW geschlossener Kasten" umschreiben lassen. Dann würde nach Umbau in ein Wohnmobil ein "LKW geschlossener Kasten" umgeschrieben in ein So Kfz (sonstiges Kfz, nicht: Sonder-Kfz), Kategorie M, < 7.490 kg zul Gesamtmasse. So könnte man m.E. einige Genehmigungshürden umschiffen.


    Die Sondersignalanlagen würde ich ohnehin entfernen, Tank und Löschpumpe ebenfalls.Ggf findet man auch einen Abnehmer für den Nebenabtrieb! Im Kfz-Schein sollte das Leergewicht des Fahrzeugs stehen. Liegt das unter 6.000 kg so ist eine Ablastung ohne Umbauten möglich, bei einer höheren Masse, müsste man mindestens die Pumpe ausbauen. Aber: Bitte mit dem TÜV abstimmen. Vllt lohnt sich auch hier eine Abstimmung mit einer Unimog-Werkstatt wie ZAGRO, weil dort der TÜV jede Woche Mittwochs vorbeikommt.


    Entscheidend für das H-Gutachten ist, dass der Prüfer bescheinigt, dass das Fahrzeug sich in einem erhaltenswürdigen Zustand befindet und dass es vergleichbare Fahrzeuge vor 20 Jahren gab. Hier setzt jetzt das Ermessen des Prüfers ein, und es könnte auch Kreativität gefragt sein. Z.B. könnte es ja durchaus zweckmässig sein, eine Kabine auf der Basis des Vorhandenen Rüstkoffers zu bauen. Eine Haube obendrauf gab es sicher auch schon vor 20 Jahren, zur Not könnte man sicher auch mit einem Ausstelldach arbeiten. Vorteil: Man bleibt unter der maximalen Höhe, die der ADAC für Wohnmobile vorgibt, selbst mit grösseren Rädern.


    Mit dem OM 352 A hast Du genug Drehmomentreserve, um auch die grösseren 365/80 R20 Reifen fahren zu können, ohne wesentliche Einbussen bei Steigfähigkeit oder Beschleunigungsvermögen hinnehmen zu müssen. Ein Splitgetriebe wird sicher die Motordrehzahl senken, verursacht aber selbst wieder mehr Geräusch - hier kommt es also auf die Qualität der Lärmdämmung des Fahrerhauses an. Über Pros und Contras hinsichtlich Splitgetriebe will ich mich hier nicht auslassen, dazu habe ich nicht genügend Erfahrung. Die schnelle Achse ist eigentlich nur eine zweckmässige Option, wenn man kein Splitgetriebe verbaut.


    Keine Panik, das Fahrzeug ist in sehr gutem Zustand und die zulassungstechnischen Probleme sind handhabbar.


    Gruss

    Peter

  • Hallo Peter,

    vielen Dank für Deine Hinweise!


    Ich habe mal eine Mail bei Fa. ZAGRO platziert. Vielleicht kann ich dort gemeinsam mit einem TÜV Gutachter die nächsten Schritte abstimmen...


    Lärmdämmung: hat hier schon jmd eine solche Maßnahme durchgeführt? In meinem VW T4 habe ich selbstklebende Alubuthyl Matten verklebt. Ich bin damit zufrieden - aber vielleicht gibt es bessere Lösungen...


    Eine größere Bereifung ist auf jeden Fall geplant - allerdings für später. Die aktuelle Bereifung ist aus 2016 u. noch neuwertig.


    Ich werde berichten.


    Gruß Gerd

  • Hallo liebe Unimog Gemeinde!


    Im Zuge der der Ablastung meine U 1300 L/37 auf 7,49 to sollen

    - Wassertank

    . Löschpumpe

    - Nebenantrieb

    aus gewichtstechnischen Gründen ausgebaut werden.

    Wenn Ihr Zeit, Lust u. Interesse habt:

    Ich würde mich auf Unterstützung bei diesen Arbeiten freuen. Ich habe noch keinen Plan, was für diesen Ausbau nötig ist...🤔


    Gruß Gerd

  • Nur kurz zum Hinweis von Thomas:

    Er hat hier eine umfangreiche Zusammenfassung zum Thema Lärmreduzierung im Unimog geschrieben:

    Lärm Dämmung im Unimog Allgemeine Hinweise


    Allerdings gehört der Thread zum vereinsinternen Bereich, ist also nur für Vereinsmitglieder sichtbar.

    Das hat den Grund, dass wir nicht möchten, dass die individuellen Lösungen die mal viel Zeit/Energie/Geld gekostet haben "über all im Internet" verfügbar und sichtbar sind.


    Aber im Vergleich zu den Infos die man letztlich hier erhalten kann, ist ein Mitgliedsbeitrag von 30 EUR im Jahr eigentlich vernachlässigbar... ;o))


    Viele Grüße

    Gero

    "Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben"
    Alexander von Humboldt (1769-1859)


    "Spezifikationen sind für die Schwachen und Ängstlichen!"
    Klingonischer Softwareentwickler (2292 - 2379)

  • Hallo Gerd,


    dass Du die Teile ausbauen willst, war ja von Anfang an klar. Aber ist das auch für das Ablasten erforderlich?


    Es wäre hilfreich zu wissen, wie hoch das Leergewicht des jetzigen Fahrzeugs ist. Wie gesagt, wenn das bei 6.000 kg liegt, wäre eine Ablastung m.E. auch ohne Ausbau von Teilen möglich.


    Sollten Ausbauten erforderlich sein, wäre vermutlich die Pumpe das naheliegende Teil. Schätze ich jetzt mal auf 100 bis 200 kg, mit der gesamten Verrohrung evtl etwas mehr. Auch hier würde helfen, wenn man den Hersteller genau wüsste, oder sogar ein Foto eines Typenschilds hätte. Als Nächstes den Nebenabtrieb: Einfach mal bei Herrn Bucher (Zagro) anrufen und fragen, was für ein Nebenabtrieb das ist - oder soll ich das machen? Ich unterstelle jetzt mal, dass das ein ND 16 ist, den ND 18 (sehr schneller Nebenabtrieb) wird typischerweise für den Antrieb von Hydraulikpumpen benutzt.Wenn man den abbaut, braucht man einen Verschlussdeckel. Aber netto wiegt so etwas sicher mindestens zwischen 50 und 100 kg. Die Gestelle in dem Koffer könnten auch noch etwas bringen. Den Tank sehe ich mit etwas niedriger Priorität, weil der vermutlich nicht ganz so einfach zu entfernen ist und vermutlich mal gerade 100 kg bringen würde.


    Das Fahrzeug hat durch den 50 cm längeren Rahmen und die entsprechend längere Antriebswelle sicher ein höheres Gewicht als ein U1300L mit 3250 mm Radstand. Aber selbst die kurzen Fahrzeuge hatten mit 1.800 l Tanks eine zul Gesamtmasse von 7.490 kg.


    Gruss

    Peter

  • Hallo,


    kleiner Nachtrag zum Ablasten:


    Die zulässige Gesamtmasse eines Fahrzeugs muss lt. StVZO mindestens 125% des Leergewichts betragen. Das bedeutet, dass ein Fahrzeug, für das eine zul. Gesamtmasse von 7.490 kg in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist, maximal ein Leergewicht von 5.992 kg haben darf. Die Abweichung zwischen 6.000 kg und 5.992 kg liegt im Zweifel im Rahmen der Messgenauigkeit, wenn es also da Probleme geben sollte, einfach mal nach der Auflösung der Waage fragen, denn 8 kg auf 5.992 kg sind 0,13%!


    Mir ist übrigens noch ein Ballastteil zum Abbauen eingefallen: Feuerwehr-Fahrzeuge haben oft eine Rockinger 226 Kupplung am Heck verbaut. Die ist zwar geländegängig und kann sowohl 40 mm als auch 76 mm Zugösen (=NATO-Ösen) aufnehmen, man darf damit aber gerade mal einen PKW abschleppen (max. 2 t)! Im Zweifel: Runter damit, 13 kg Ballast einsparen und auf e-bay oder sonstwo verkaufen!
    Einen Bergeversuch würde ich damit nicht unternehmen - das könnte ins Auge gehen.


    Gruss

    Peter

  • Hallo allerseits!


    Vielen Dank für Eure Resonanz.

    Ich war die letzten Tage etwas mit der Planung zwecks Abholung gestern Nachmittag beschäftigt.


    Wen es interessiert:

    Kurzzeitkennzeichen gibt es bei der Zulassungsstelle am Wohnort ODER am Standort des Fahrzeuges -vergleiche auch § 16a (2) FZV.


    Die Ablastung läuft rein formal ab. Die Wartungsfirma hat den Unimog samt Aufbau/ Inhalt verwogen: VA 2,91 to u. HA 2,59 to.

    Passt - keine Ausbauten hierzu nötig! Jetzt muss nur noch der TÜV Prüfer die Eintragung vornehmen; der war nämlich nicht mehr im Hause.


    Nun steht mittelfristig der eingangs erwähnte Ausbau an; über die Bucht gingen bereits die ersten Kaufanfragen ein. Auf Nachfrage soll der Ausbau von Tank und Pumpe nicht sooo schwierig sein🤔...ich werde berichten. Auf jeden Fall kommt das was an Masse zusammen. Umso mehr Zuladung ist später wieder möglich - vielleicht werde ich sogar meine 6 Zentner Wucht-Brumme "huckepack" nehmen...😃


    @Peter: Danke für den Hinweis - ich frage mal wegen des Nebenantriebes nach.


    Parallel will ich nun

    A) die kostengünstigste Kombination von Frzg Einstufung zu Versicherung/ Kfz Steuer in Erfahrung bringen. Da ich den Unimog doch immer wieder bewegen muss, komme ich wohl nicht um eine Zulassung herum...


    B) eine kompetente Projektbegleitung bis zur H-Eintragung finden - schwierig, schwierig...🤔🤔... aber ich bin zuversichtlich!


    Bis bald und

    Mog-lige Grüße Gerd

  • die kostengünstigste Kombination von Frzg Einstufung zu Versicherung/ Kfz Steuer in Erfahrung bringen

    Hallo Gerd,


    mir sind zur Versicherung im Moment drei brauchbare Möglichkeiten bekannt:

    - Der VS-Makler Schönmann: http://unimog-versicherung.de/ . Er hat eine Kooperation mit einer Versicherung die den Unimog gesondert führt und daher entsprechend günstig ist. Da ist z.B. unser Auto versichert.

    - OCC, die versichern Liebhaberfahrzeuge recht günstig, da ist mein Puch für ein "Appel&Ei" versichert.

    - Alte Leipziger, die versichern zum "H-Tarif" manchmal auch schon vor der Zuteilung des Kennzeichens.


    Viele Grüße

    Gero

    "Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben"
    Alexander von Humboldt (1769-1859)


    "Spezifikationen sind für die Schwachen und Ängstlichen!"
    Klingonischer Softwareentwickler (2292 - 2379)

  • Hallo Gero,


    Danke für die Info. Über den Makler Schönmann bekam ich die eVB. Ich habe schon für einen weiterführenden Beratungstermin angefragt...

    Die beiden anderen kannte ich noch nicht! Da werde ich mal anfragen.👍


    Herzlichen Gruß

    Gerd